Unterwegs in den Karpaten

22 October, 2015 — Platschi
Endlich. Mein Körper pumpt schon seit den frühen Morgenstunden Adrenalin im Eiltempo durch meinen Körper. Endlich. Die Grenze. (April 2015)

Gegen 1 Uhr Nachts wirft mich mein netter Reisebegleiter, der gerade von Dänemark in die Slowakei fuhr und mich kurz hinter Berlin bereits aufgegabelt hatte, in Kaschau (Košice) hinaus. Ein ordentlicher Lift, könnte man sagen, der mich von meiner eigentlich Route über Przemysl abgebracht hat um mal einen neuen Weg nach Moldawien auszuprobieren. Der Verkehr am Ortsausgang kommt zu dieser Uhrzeit völlig zum erliegen. Zwar rauscht ab und an ein Taxi an mir vorbei, dessen Fahrer mich aber freundlichst ignorieren. Die Straßenbeleuchtung ist optimal, eine geschlossene Tankstelle zu meiner Seite, über deren Gelände so gegen 3 Uhr dicke Ratten huschen. Gemütliche Atmosphäre zum Trampen, was will man mehr. Lohnt sich dann auch nicht, irgendwo eine Runde zu schlafen. Ach, natürlich. Kein Zelt dabei, keinen Schlafsack, man ist ja auf Kurzstrecke in die Republik Moldau unterwegs. Kurz nach 6 Uhr, eine gute Stunde nachdem die ersten Linienbusse mich passieren, explodiert das Verkehrsaufkommen dann plötzlich. Bis kurz nach 10 Uhr schlängele ich mich von Dorf zu Dorf, bis ich in einem alten Sprinter sitze, der mich in das gelobte Land chauffiert: Ab nach Uzhgorod!

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Kalmückien

07 February, 2015 — Platschi

Unausweichlich breitet sich die Dunkelheit um uns herum aus. Unser Fahrer, ein junger Dagestane, fährt seit einer gefühlten Ewigkeit auf diese Straße, die aus dem Nichts zu kamen schien und ins Nichts zu führen scheint. Er ist ein junger, schnauzbärtiger Mann, der gerade die Familie in der fernen Republik Dagestan besuchen fährt. Seit Moskau ist er ununterbrochen auf den Straßen unterwegs, endlose Stunden auf grauenhaften Wegen durch die nimmer enden wollende Eurasische Steppe. Einzig das Fiepen der russischen Popsongs aus seinem an das Autoradio angeschlossenem USB-Stick bieten einige - wenn auch weniger angenehme - Abwechslung. Aufgegabelt hat er uns irgendwo bei Tambov, fast 500 km bevor Volgograd.

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Unterwegs in der Ukraine: Eine Hommage (Teil 3)

29 November, 2013 — Platschi

Im Herbst des Jahres 2009 überzogen die Klauen der im Volksmund als Schweinegrippe bekannten H1N1 Pandemie weite Teile der Erde. Vor allem hatte es - so propagierten uns einschlägige Medien - natürlich die Ukraine getroffen. Abgehalten von einer Reise in das Katastrophengebiet wurde man trotzdem nicht, und so machte ich mich zu eben jener Zeit abermals auf den Weg per Anhalter quer durch die Bundesrepublik Deutschland sowie das polnische Staatsgebiet in Richtung ukrainische Grenze. Abgesehen von den üblichen Regengüssen östlich von Wrocław (Breslau) verlief die Reise durch das Staatsgebiet der EU wie gewöhnlich relativ ereignislos.

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Unterwegs in der Ukraine: Eine Hommage (Teil 2)

14 November, 2013 — Platschi

Auf dem Weg von Deutschland in die Republik Moldau (und vice versa) kommt man in den Genuss, einen guten Teil der Strecke durch die Westukraine trampen zu dürfen. Auf einer dieser Touren war ich gerade auf dem Rückweg gen Deutschland, als ich in der Stadt Chortkiv gestrandet bin. Da das ukrainische Parlament gerade irgendwelche unpopulären Änderungen an den Renten vorgenommen hatte, kam es dort im Ortskern zu tumultartigen Szenen. Die Straßen vor einem wichtigem Gebäude waren mit alten Lada's verbarrikadiert, und eine größere Truppe Damen und Herren älteren Semesters äußerte lautstark ihre Unzufriedenheit.

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Unterwegs in der Ukraine: Eine Hommage (Teil 1)

11 November, 2013 — Platschi

Tief im Osten des europäischen Kontinentes schlummert irgendwo eine Nation, dessen Reputation und Bekanntheitsgrad sich im westlichen Selbstverständnis auf einige wenige, eher unangenehme Vorurteile stützt. Mafiöse Zustände, Kommunisten, Tschernobyl, russische Gasleitungen, ein prügelnder Klitschko im Parlament, bald vielleicht sogar Präsident. Wenig fällt einem sonst ein zu einem Land, dass meiner Ansicht nach nicht bloß irgendein hipper Geheimtipp ist, sondern eine wahre Perle im großen kulturellem Schatze Europas darstellt. Trotz allmählicher Annäherung an das homogene Geplärre westlicher Werte und Normen hat es die Ukraine bisher geschafft, eine Kultur zu bewahren, die es zu schätzen und zu lieben Wert ist.

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Unterwegs in Abchasien: Grenzübertritte

22 April, 2013 — Platschi

Die Abenddämmerung ist bereits auf dem Vormarsch, als wir nach einem langen Tag entlang der Serpentinenstraße zwischen Dzhubga und Sochi endlich in Adler ankommen. Unser letzter Fahrer lädt uns noch auf eine Spritztour entlang der Baustelle für die olympischen Winterspiele 2014 ein (über die miserablen Zustände dort berichten andere), ehe wir am südlichen Ende Russlands ankommen.

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Per Anhalter von Lettgallen nach Moskau (des Nachts)

17 December, 2010 — Platschi

Zugegeben, nach drei gescheiterten Versuchen, an der lettisch-russischen Grenze des Nachts kurz nach Mitternacht per Anhalter gen Moskau bzw. Riga weiterzukommen, sollte man eigentlich zur Vernunft gekommen sein und es dann vielleicht doch lassen.

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Moskaus wunderschöne Märchenwelt

05 April, 2010 — Platschi

Mit Streichhölzern in den Augen und gemäßigter Geschwindigkeit bewegen wir uns gen frühlingshaftes Berlin. Die Abenddämmerung tritt gerade ein, da fragen mich meine drei Chauffeure, ob ich nicht ihr Vehikel steuern möge. Man sei noch übermüdet vom Vorabend, Party in Amsterdam, und dann auch noch Frühschoppen auf den ersten Kilometern bis zur deutschen Grenze. So stellt man sich einen Wochenendtrip nach Berlin vor. Gerne übernehme ich also das Steuer, und alsbald bewegen wir uns wie Sternenstaub der weiten Galaxien entlang der Warschauer Allee.

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Aller Anfang ist schwer...

28 August, 2009 — Platschi

Unser glorreicher Plan, die Nacht durchzumachen und am Morgen um 6 Uhr gen Autobahn aufzubrechen, scheiterte natürlich grandios. Zu Danken ist dies nicht zuletzt Veras leckerem Weinmix - heißer Rotwein mit Tee und Apfel.

Wie dem auch sei, um 10 Uhr weckte mich Kamiel - Niederländer ebenso auf dem Weg nach Moskau - enthusiastisch mit dem Gedanken, nun doch per Anhalter aufzubrechen. Innerlich hatte ich mich eigentlich schon auf Montag morgen eingestellt, aber wer weiß, wie weit wir heute dann nicht gekommen wären. Und schließlich hatte ich ihn ja überredet, statt mit der öden Bahn per Anhalter zu reisen. Entsprechender Müdigkeit ist es auch zu verdanken, dass wir statt fünf Minuten 30 auf den Trolleybus gewartet haben, da wir es nicht verstanden in den ersten einzusteigen, und alle ankommenden Minibusse schon so überfüllt waren, dass wir mit unseren Rucksäcken sicher nur für Unmut gesorgt hätten. Natürlich gibt es in Novosibirsk auch mehr als einen "Wagsal" - Bahnhof - und so fuhren wir erst quer mit der Metro durch die Stadt zum falschen, ehe wir dann gut eine Stunde später den richtigen Minibus am richtigen Bahnhof erwischten, der uns raus aus der Stadt zur sagenumwobenen Trampstelle brachte.

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