Milano

15 May, 2006 — Platschi

Wir dachten uns ja, wir könnten uns in Ruhe in den Flur des Postellos legen, um dort zu nächtigen, da alle Betten belegt sind. Nach 5 Minuten wurden wir unsanft gestört und des Gebäudes verwiesen unter dem Vorwand, doch besser im Innenhof Rast zu machen. Gesagt, getan. Saßen wir also ca. bis um halb 6 im Innenhof, während sich einige Mitbürger mit den Veranstaltern kloppten, da diese die 5 Euro Eintritt für die Raggae-Band nicht blechen wollten. Dass ganze mit italienischem Temperament vermischt war ein sehr lustiger Anblick.

Als dann um halb 6 der letzte Rastafari Typ verschwunden war, durften wir uns im sicheren Innenhof auf den Bänken zur Rast legen.

3 Stunden hielt das ganze, bis wir dann duschen durften. Welch ein belebendes Gefühl, nach 48 Stunden mal kein Salzwasser am Körper zu spüren.

Im Postello

Den Rest des Tages verbrachten wir mehr oder weniger wach, sprich am äsen, im Schlossgarten/Park Mailands, bis uns dann die Hitze zu viel wurde und wir ins Haus geflüchtet sind, da die Sonne doch sehr arg auf unsere Sonnenbrand-gebeutelten Körper einschlug.

Anbei schaffen wir es, unsere Tagesrationen an Nahrungsmittel von Tag zu Tag zu minimieren, trotz alledem wird sogar unsere Pasta immer besser. Nun ist hier nebenan wieder der Bär los, sprich Elternabend für antifaschistische Jugendliche, die im Knast sitzen. Bis dahin, einen schönen Abend.

Ralf und Marc

Tags: deutsch, südeuropa, italien

Cinque Terre

12 May, 2006 — Platschi

Früh morgens um 9 Uhr, die Sonne ist aufgegangen, das Meer rauscht 10 Meter vor unseren Füßen gegen die Felsen, und auch sonst ist keine Menschenseele zu sehen.

Da in Manerola, dem vierten der fünf "Cinque Terre" Dörfer im selbstnamigen Nationalpark, die Jugendherberge leider bis Dienstag überfüllt gewesen ist, entschlossen wir uns abseits des Dorfes am Nationalpark-Wanderweg niederzulassen. Nach einigen Metern fanden wir ein entsprechenden Pier bzw eine kleine Anlegestelle. Dort war weit und breit nichts zu sehen außer den Bergen, dem Meer vor uns und einigen Kanus, die dort gelagert wurden.

Am heutigen Morgen machten wir uns dann auf die ersten vier Dörfer des Cinque Terre (von Dorf 4 zu 1, quasi) zu bewandern. Vor uns lag ein wundervoller, traumhafter Wanderweg der direkt am Meer, teilweise 10, teils 500 Meter direkt über dem Meer entlangführte und uns wundervolle Aussichten bescherte. Der erste Weg zum dritten Dorf war recht angenehm, einige Hügel hinauf und nicht sehr lang. Die Dörfer an sich lagen teils am Meer bzw Ufer, eines lag 10 Meter über dem Meeresspiegel direkt an eine Felswand gebaut. Echt geile Gegend. Nach diesem Dorf begannen dann unsere Qualen. Zum einen wurde die Hitze in Italien hier unerträglich, dann folgten auch noch die kleinen Wanderwege die kaum Platz für eine Nase boten, geschweige denn uns mit den schweren Rucksäcken im Gepäck. Dazu kamen dann die vielen Touristen, die uns entgegenkamen. Toll war es auch, das jeder der vorbeiging irgendwie in einem Mischmasch aus Deutsch, Englisch, Spanisch und Italienisch begrüßt wurde.

Cinque Terre

Als wir dann nach gut 6 Stunden das erste bzw für uns letzte Dorf erreichten waren wir auch so am Ende, dass wir erst einmal 2 Stunden am Strand gepennt haben. Zum Glück hatten wir noch 2 kleine Brocken vom Frühstücksbaguette und ein halbes Glas Nutella dabei, welches dann gleichzeitig unser Abendessen darstellte.

Als es dann langsam dunkel wurde entschlossen wir spontan wieder zurück nach Mailand zu fahren und im Postello, das zwar ausgebucht ist heute, unterzukommen. Bis dahin. Grazie. Prego. Und so.

Tags: deutsch, südeuropa, italien